GenderDataGap Medizin – Gemeinsam für eine geschlechtersensible Gesundheitsforschung

Schließen wir die Geschlechterdatenlücke in der Medizin - gemeinsam für eine geschlechtersensible Gesundheitsforschung!

In der medizinischen Forschung wird zunehmend anerkannt, dass neben dem biologischen Geschlecht ("Sex") auch das soziokulturelle Geschlecht ("Gender") einen erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit hat. Faktoren wie soziale Rollen, Normen und Beziehungen beeinflussen nachweislich unser Gesundheitsverhalten und Behandlungsergebnisse. Dennoch fehlt es oft an entsprechenden Daten – es entsteht ein sogenannter "Gender Data Gap".

Mit Unterstützung des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) setzen wir uns in zwei eng verzahnten Projekten dafür ein, diese Lücke zu schließen.

Unsere Forschungsprojekte im Überblick

Wir verfolgen zwei zentrale Ansätze, um die geschlechtersensible klinische Forschung in Deutschland voranzutreiben:

1. Die GVHR-Validierungsstudie: Wie messen wir "Gender"?

Bislang fehlt es im deutschsprachigen Raum an standardisierten Instrumenten, um das soziokulturelle Geschlecht als mehrdimensionales Konstrukt in der Gesundheitsforschung erfassen zu können.

  • Unser Ziel: Wir übersetzen und validieren den international anerkannten „Stanford Gender-Related Variables for Health Research" (GVHR) Fragebogen für den deutschsprachigen Raum.
  • Was gemessen wird: Der Fragebogen umfasst 25 Fragen zu sieben Lebensbereichen, darunter Pflegebelastung, Arbeitsbelastung, Unabhängigkeit, Risikobereitschaft, emotionale Intelligenz, soziale Unterstützung und Diskriminierung.

2. Das Experten-Netzwerk: Gemeinsam Stärker

Wir vernetzen Expertinnen und Experten vorhabens- und fächerübergreifend.

  • Unser Ziel: Wir bringen Statistiker*innen und Mediziner*innen zusammen, um bestehende klinische Studiendaten nachträglich (in sogenannten Post-hoc-Analysen) auf Geschlechteraspekte zu untersuchen.
  • Aktivitäten: In Workshops und thematischen Arbeitsgruppen entwickeln wir Best-Practice-Empfehlungen und methodische Lösungen. Zudem sensibilisieren wir die Öffentlichkeit und die wissenschaftliche Community für dieses wichtige Thema.

Machen Sie mit!

Wir brauchen Ihre Unterstützung, um die medizinische Forschung gerechter und präziser zu machen.

Für alle Interessierten: Nehmen Sie an unserer Online-Studie teil!

Helfen Sie uns, den GVHR-Fragebogen für Deutschland zu validieren. Ihre Teilnahme trägt direkt dazu bei, dass Ärztinnen und Ärzte zukünftig passgenauere und gendersensible Diagnosen stellen können.

  • Wer kann teilnehmen? Alle Personen ab 16 Jahren mit ausreichenden Deutschkenntnissen.
  • Wie lange dauert es? Die anonyme Online-Befragung dauert nur ca. 15 Minuten. Es gibt zwei Befragungen im Abstand von 3 Monaten.
  • Ihre Daten sind sicher: Es werden keine direkt identifizierenden Merkmale wie IP-Adressen gespeichert.

Für Forschende und Institutionen: Werden Sie Teil unseres Netzwerks!

Wir laden medizinische Fachgesellschaften, Forschende und Netzwerke, die sich auf Gender in der medizinischen Forschung spezialisiert haben, zur aktiven Zusammenarbeit ein.

  • Nehmen Sie an unseren methodischen Workshops teil.
  • Engagieren Sie sich in unseren thematischen Arbeitsgruppen für Publikationen.
  • Treten Sie über unsere Netzwerk-Website und den moderierten E-Mail-Verteiler in den kontinuierlichen Austausch.

Kontakt

Haben Sie Fragen zu den Projekten oder möchten Sie als Forscher*in an unserem Netzwerk teilnehmen? Kontaktieren Sie uns gerne:

  • Prof. Dr. Heidrun Golla (Studienleiterin / Beteiligte Partnerin) Universitätsmedizin Göttingen, Klinik für Palliativmedizin, Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen, Telefon: +49 (0) 551 39-60501, E-Mail: heidrun.golla(at)med.uni-goettingen.de
  • Prof. Dr. Martin Hellmich (Studienleiter / Koordinator Vernetzungsaktivität) Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Medizinische Statistik. Humboldtallee 32, 37073 Göttingen, Telefon: +49 (0) 551 39-65022, E-Mail: martin.hellmich(at)med.uni-goettingen.de 

Ein durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördertes Projekt (FKZ: 01GN2505).

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